20. Januar 2012 17:32 Uhr
"Nach jetzigem Kenntnisstand hat sich an der positiven Nutzen-Risiko-Bewertung bei bestimmungsgemäßer Verwendung nichts geändert." So reagierte das Bundesinstitut für Arneimittel und Medizinprodukte auf eine Diskussion um das Grippe-Mittel Tamiflu.
Hintergrund ist ein Übersichtsartikel des Ärztenetzwerkes Cochrane, in dem die Wirksamkeit des Medikaments angezweifelt wird. Die Forscher beriefen sich auf unveröffentlichte Unterlagen des Herstellers Roche. Sie werfen dem Pharmaunternehmen vor, in einigen Studien seien schwere Nebenwirkungen in Form von psychischen Beeinträchtigungen und Störungen des Nervensystems aufgetreten. Das sei aber nicht öffentlich gemacht worden. Außerdem fehle der wissenschaftliche Beleg, dass Tamiflu schwere Komplikationen bei Grippepatienten verhindere. Roche hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.
Viele Länder folgen der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, Tamiflu als Notfall-Medikament vorrätig zu haben. Es soll bei Epidemien wie der Schweinegrippe eingesetzt werden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)