25. Januar 2012 06:52 Uhr
Die Forscher haben sich ihr Ziel hoch gesteckt. Sie wollen dazu beitragen, große Konflikte zu lösen - mit Hilfe der Hirnforschung. In einem der ersten Schritte wollten sie herausfinden, ob und wenn ja, wie viel Mitgefühl Menschen über ihre jeweiligen Feinde empfinden - und ob sich das anhand der Hirnaktivität ablesen lässt.
Für ihre Tests wählten die Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) Israelis und Araber. Sie gaben ihnen Geschichten zu lesen, in denen den Mitgliedern der eigenen und jeweils anderen Gruppe Leid zugefügt wird. Als neutralen Vergleich wählten sie Geschichten über das Leid von Menschen in Südamerika.
Das Ergebnis: Im Gespräch zeigten die Israelis und Araber füreinander weniger Mitgefühl als für die eigene Gruppe und die neutrale Gruppe. Die Aktivität in der Hirnregion mit der Hauptrolle für emotionalen Schmerz aber war in beiden Fällen gleich stark.
Die Forscher sehen darin einen Hinweis, dass das Maß an Empathie davon abhängen könnte, wie wichtig die Betroffenen für das eigene Leben sind. Sie betonen aber, mit ihren Forschungen seien sie noch ganz am Anfang.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)