26. Januar 2012 14:51 Uhr

Asienexperte: Chinesisches Kulturjahr droht Propaganda zu werden

Nach offizieller Lesart soll es das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit fördern: Das Kulturjahr Chinas in Deutschland.

Es beginnt am Montag und umfasst mehr als 500 Veranstaltungen wie Ausstellungen, Konzerte und Theaterstücke. Die Gesellschaft für bedrohte Völker übt schon jetzt Kritik daran. Ihr Asienreferent Ulrich Delius nannte es ein "Unding", dass China versuche, sich in Deutschland als fortschrittlicher Kulturstaat darzustellen, während Dutzende Schriftsteller, Künstler, Filmemacher und Blogger aus politischen Gründen in China in Haft säßen.

Das Programm sei "eine leere Hülse" und präsentiere die Volksrepubklik nur von ihrer "Schokoladenseite". Es gebe zu wenig Gelegenheit zur Diskussion.

Der chinesische Botschafter in Deutschland, Wu Hongbo, hatte das Programm des Kulturjahres am Vormittag in Berlin vorgestellt. Das Projekt geht auf eine Initiative der chinesischen Regierung zurück.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)