27. Januar 2012 08:57 Uhr
Für Daniel Erk sind die offiziellen Reden zum Holocaust-Gedenken oft Phrasendrescherei. Im Deutschlandfunk sagte der Autor, die Ansprachen seien oft von Ausdrücken wie "barbarisches Verbrechen" oder "das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte" geprägt. Das könne zu Ermüdungserscheinungen führen. Dabei seien die nüchternen Opferzahlen doch schon erschreckend genug.
Den Deutschen wirft Erk vor, sie setzten sich lieber mit Pop-Phänomenen wie Holocaust-Filmen auseinander, als mit der wahren Geschichte des Nationalsozialismus. Als Beispiel führt er "Schindlers Liste" an. Über die erfolgreiche Rettung von Juden in dem Film werde gerne vergessen, dass sechs Millionen ermordet worden seien.
Der 1980 geborene Erk ist Autor des Buches "So viel Hitler war selten".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)