27. Januar 2012 11:22 Uhr

Rechtswissenschaftler Fischer-Lescano: Guttenbergs Plagiat legt Demokratiedefizit offen

Die Plagiatsaffäre hat die Rechtswissenschaft blamiert bis auf die Knochen.

Dieser Auffassung ist der Bremer Rechtswissenschaftler Andreas Fischer-Lescano. Er machte seinerzeit mit einer Rezension auf die Fälschungen in Guttenbergs Dissertation aufmerksam. In den "Blättern für deutsche und internationale Politik" kommt er zu dem Schluss: Mit der Plagiatsaffäre habe sich eine Kultur der Kumpanei gezeigt, in der Juristen von Interessenverbänden bezahlt und für politische Ziele eingesetzt würden.

Statt sich mit der Rolle des Rechts in der Gesellschaft auseinanderzusetzen, arbeite die Rechtswissenschaft der politischen Klasse zu. Fischer-Lescano zufolge ist die Plagiatsaffäre damit nur ein Ausdruck für das schiefe Verhältnis zwischen verkommener Wissenschaft und den gesellschaftlichen Werten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)