27. Januar 2012 14:22 Uhr
"Danach ich geh' Schule" oder "Gib mal Handy".
Sprachpuristen sträuben sich bei solchen Sätzen die Nackenhaare. Der Sprachwissenschaftlerin Heike Wiese nicht, im Gegenteil: Die 46-jährige Professorin von der Universität Potsdam kämpft sogar dafür, dass "Kiezdeutsch" als Dialekt anerkannt wird. Mitte Februar erscheint ein Buch von ihr zu diesem Thema.
Darin beschreibt sie das Phänomen eines Slangs, der sich in den Großstädten unter jungen Leuten verschiedener ethnischer Herkunft herausgebildet habe. Neue Konstrukte seien auf diese Weise entstanden wie zum Beispiel "Machst du rote Ampel" für "Du gehst bei Rot über die Ampel". Wiese sieht darin keine Fehler, sondern eine neue Sprechweise, die logisch zu begründen sei und oft auch gut ins Deutsche passe.
Dem widerspricht Holger Klatte vom Verein Deutsche Sprache. In den vergangenen 30 Jahren seien die Deutschkenntnisse von Kindern mit Migrationshintergrund nicht ausreichend gefördert worden. Aus diesen Versäumnissen nun einen neuen Dialekt zu kreieren, hält er für falsch. Damit, so Klatte, mache man es sich zu einfach.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)