31. Januar 2012 06:54 Uhr
"Segregation" - so nennen die US-Amerikaner es, wenn Bevölkerungsgruppen nichts oder wenig miteinander zu tun haben. Oft wird damit das Verhältnis zwischen Schwarzen und Weißen beschrieben. Zwei Wirtschaftswissenschaftler der Universitäten Harvard und Duke haben jetzt für einen Think Tank untersucht, wie hoch diese "Segregation" heutzutage noch ist. Dazu analysierten sie den Wohnungsmarkt in den USA seit 1890. Das Ergebnis: Es gebe praktisch keine Gegenden mehr, in denen nur Weiße wohnten. Die Ab- oder Ausgrenzung sei heute so niedrig wie noch nie.
Dieser Schluss sorgt für Kritik: Der Soziologe John Logan von der Brown University hält ihn für unrealistisch. Weiße würden nie in Viertel ziehen, die von Schwarzen bewohnt würden. Außerdem zählten die Forscher zu "weiß" auch Latinos und Asiaten. Dadurch würde verkannt, dass Schwarze oft mit diesen Minderheiten in einer Gegend lebten - ohne "Weiße".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)