31. Januar 2012 12:22 Uhr

Kulturwissenschaftler: Kolonialisierung schlägt sich in Musik nieder

Musik ist extrem mobil und hat mit fixen Orten so gar nichts zu tun. Zu dieser Einschätzung kommt der Kulturwissenschaftler Johannes Ismaiel-Wendt. Bei "DRadio Wissen" kritisierte er, dass Musikbezeichnungen wie "Detroit Techno" oder "Westcoast HipHop" geografisch kategorisiert seien. Das sei im Endeffekt auch immer eine rassistische Lesart. Er vertrete die These, dass die örtlichen Zuordnungen als Überreste des postkolonialen Denkens zu verstehen seien. So habe es infolge des Imperialismus geradezu einen Exzess der Kartierung auf der Welt gegeben. Regionen wie Europa seien selbst zwar nicht kolonialisiert worden. Trotzdem sei der Kontinent aber davon betroffen, wenn dort Bezeichnungen wie "Black" oder "White Music" verwendet würden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)