1. Februar 2012 08:51 Uhr
Nicht nur Staaten sind Akteure von Gewalt, es gibt auch extrem gewaltätige Gesellschaften. Diese These des Berner Historikers Christian Gerlach ist heute Thema einer Diskussionsreihe am Hamburger Institut für Sozialforschung. Bernd Greiner, der Leiter des dort angesiedelten Arbeitsbereichs "Theorie und Geschichte der Gewalt", erklärt, häufig seien es religiöse, soziale und ethnische Fragen, an denen sich Gewalt gesellschaftlicher Gruppen entzünde, ohne das der Staat Einfluss darauf habe.
Konkrete Kriterien, welche Gesellschaften Gewalt begünstigten, gebe es jedoch nicht. Das sei abhängig von einer Kombination aus lokalspezifischen Faktoren und situativer Dynamik.
Erschreckend ist für Greiner besonders eine Erkenntnis: Wie leicht es sei, Instrumente, die geschaffen worden seien, um Gewalt einzudämmen, ausgehebelt werden könnten. Hier nennt Greiner unter anderem die Beseitigung des Gewaltmonopols der Polizei.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)