6. Februar 2012 08:00 Uhr

Mediensoziologe: Auch Politiker können Stars sein

Manche Menschen schwärmen für Madonna, Tom Cruise oder Robbie Williams. Andere hingegen für Helmut Kohl. Mit der Frage, ob auch Politiker Stars sein können, beschäftigt sich "fluter", ein Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung. Der Mediensoziologe Udo Göttlich von der Zeppelin University Friedrichshafen sagte dem Blatt, es könne zwar eine Fanbeziehung zu einem Politiker entstehen. Die habe aber andere Ursachen, Ausprägungen und Folgen als im Popkulturbereich. Das politische Vorbild fungiere als Stellvertreter und Verstärker der eigenen Meinung. Politker selbst haben laut Göttlich häufig ein Problem mit dem Begriff Star, weil dadurch die Glaubwürdigkeits- und Vertrauensaspekte zurückgedrängt werden.

Nach Angaben des Mediensoziologen gestaltet sich die politische Kommunikation heute mehr unterhaltungsbezogen, weil auch die Wähler die etwas trockene politische Kommunikation kaum mehr verfolgen. Durch das sogenannte "Politainment" sollten nicht nur ohnehin politisch Interessierte erreicht werden. Das müsse nicht unbedingt etwas Schlechtes sein. Schlecht sei das nur, wenn Politk versuche, in Wahlkampfphasen Hollywood zu imitieren.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)