8. Februar 2012 12:50 Uhr

Luft-Temperaturunterschiede verursachen Riesen-Tropfsteine aus Eis

Der Höhlenexperte Stefan Enste nennt das Phänomen "Turbo-Stalagmiten". Denn was wegen der Kälte in der Tropfsteinhöhle im sauerländischen Warstein zu beobachten ist, bildet einen Prozess nach, der normalerweise tausende Jahre dauert: An der Höhlenöffnung bilden sich riesige Tropfsteine aus Eis. Nach Angaben des Höhlenexperten wachsen die Gebilde etwa zehn Zenimeter pro Tag. Zum Vergleich: Tropfsteine aus Kalk brauchen für einen Zentimeter rund hundert Jahre.

Der Experte führt das darauf zurück, dass an den Höhlenöffnungen Luft mit großen Temperaturunterschieden aufeinandertrifft. In der acht Grad warmen Höhle habe der Januarregen viel Feuchtigkeit hinterlassen. Und die kalte Außenluft mit etwa minus zwanzig Grad lasse die Wassertropfen gefrieren, die von der Decke fielen.

Natürlich sind die Eis-Gebilde auch schnell wieder Geschichte, wenn es wärmer wird.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)