8. Februar 2012 12:51 Uhr

Bioethik: Die "rule of rescue" auf dem Prüfstand

Wem soll medizinische Forschung zuerst zugute kommen? Den wenigen mit einer seltenen, aber meist lebensbedrohlichen Krankheit, oder den vielen, die zum Beispiel unter Bluthochdruck leiden: möglicherweise gefährlich, aber keineswegs immer tödlich. Um das zu beurteilen, handeln Ethiker meist nach der "rule of rescue". Sie wird so ausgelegt, dass unsere Gesellschaft alles dafür tun muss, Leben zu retten - auch, wenn die Kosten dafür hoch sind. Die Folge: Seit es diese Maxime gibt, werden für seltene Krankheiten wesentlich mehr Medikamente entwickelt als zuvor.

Deshalb kommen Bioethiker des Hastings Center in den USA zu dem Schluss: Es wird immer schwieriger, die Anwendung dieser Regel zu rechtfertigen. Angesichts der veränderten Umstände fordern sie zusätzliche Richtlinien. Zum Beispiel sollten besonders teure Behandlungen für wenige nur noch dann unterstützt werden dürfen, wenn dadurch bestimmte gesellschaftliche Ziele erreicht werden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)