16. Februar 2012 13:28 Uhr
Beim Reaktorunglück von Fukushima ist die Welt noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Dieser Meinung ist der deutsche Kernphysiker Jens Dilling. Er leitet das kanadische Institut für Teilchen- und Atomphysik "Triumf" in Vancouver. Der Deutschen Presseagentur sagte er, sein Institut habe vor kurzem rund um das havarierte Atomkraftwerk den Anteil der ausgetretenen Strahlung im Regenwasser und in Pflanzen gemessen. Die Werte seien völlig unbedenklich, sie seien um den Faktor 1.000 geringer als die natürliche Strahlung.
Dillinger kritisierte die deutsche Reaktion auf das Unglück vor knapp einem Jahr und sprach von Panikmache. Die Entscheidung, schneller als geplant aus der Atomkraft auszusteigen, sei rein politisch motiviert gewesen.
Der Wissenschaftler gab außerdem zu bedenken, dass die radioaktive Belastung beispielsweise durch Kohlekraftwerke viel höher sei als durch Atomreaktoren. Denn beim Verbrennen von Kohle werde natürliche Radioaktivität frei. Trotzdem würden deshalb nicht alle Kohlekraftwerke abgeschaltet.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)