17. Februar 2012 13:57 Uhr
"Lebende Fossilien" sind für viele Forscher besonders interessant. Der Grund: Ihr Bauplan hat sich im Laufe von Jahrmillionen nur sehr wenig verändert - die Wissenschaftler können so die Ursprünge von Tier- und Pflanzenarten studieren.
Im Fall "Cyanophora paradoxa" interessierten sich die Forscher der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg besonders für die Eiweiße, die in dem Einzeller vorkommen. Dieser besitzt nämlich ein kompliziertes Transportsystem, dessen Ursprung mehr als eine Milliarde Jahre alt ist. Damals verschluckte ein Einzeller eine Blaualge, ohne sie zu verdauen. So entstand ein Lebewesen, das Photosynthese betreiben konnte: die Initialzündung zur Entstehung aller Pflanzen.
Auch heute ist die verschluckte Alge im Zellkörper von "Cyanophora" noch zu erkennen: Sie funktioniert dort wie ein eigenes Organ. Die Forscher haben jetzt das Erbgut des Einzellers entschlüsselt. So wollen sie nachvollziehen, wie die beiden Ursprungs-Organismen zusammengewachsen sind.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)