17. Februar 2012 15:59 Uhr

Nach Wulff-Rücktritt: Vorwürfe gab es auch schon gegen frühere Bundespräsidenten

Christian Wulff war der jüngste Bundespräsident Deutschlands, und er hatte auch die kürzeste Amtszeit. Doch auch vor Wulff gab es Vorwürfe gegen Bundespräsidenten. Theodor Heuss war der erste, der dieses Amt inne hatte. Er musste sich dafür rechtfertigen, 1933 dem Ermächtigungsgesetzt zugestimmt zu haben. Wie Dokumente belegen tat er das aber offenbar aus Fraktionszwang und gegen seinen Willen.

Heinrich Lübke war bekannt für seine rhetorischen Aussetzer. Bei einer Rede in Helmstedt zum Beispiel vergaß er, wo er gerade war. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit litt er an einer Erkrankung des Sprachzentrums. Karl Carstens war Mitglied der SA und der NSDAP. Johannes Rau war in eine Flugaffäre verwickelt und ließ sich Teile seiner Geburtstagsfeier von einer Bank bezahlen.

Zurück trat vor Wulff aber nur Horst Köhler. Er sorgte mit einem Interview im Deutschlandradio Kultur für eine Kontroverse, die ihn zu diesem Schritt bewegte. Köhler stellte den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr in Zusammenhang mit Deutschlands Wirtschaftsinteressen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)