20. Februar 2012 13:10 Uhr

Kiezdeutsch laut Sprachschützern kein Dialekt

Isch geh Aldi! Das ist laut einigen Sprachforschern ein neuer Dialekt - das Kiezdeutsch. Der Chefredakteur der Zeitung "Deutsche Sprachwelt", Thomas Paulwitz, sieht das ganz anders. Anlässlich des Internationalen Tags der Muttersprache bezeichnete er es als gefährlich, solche Konstruktionen zum Dialekt aufzuwerten. Fehler blieben Fehler, auch wenn sie systematisch gemacht würden. Paulwitz warf dem Bundesforschungsministerium vor, Wissenschaftler finanziell zu fördern, die dieses "Stammeldeutsch" zum Dialekt erklären wollten.

Diese Kritik trifft unter anderem die Sprachforscherin Heike Wiese. Sie hatte im "Deutschlandfunk" erklärt, Kiezdeutsch entstehe an Orten, an denen Jugendliche zusammenkämen, die viele verschiedene Sprachen sprächen. Grammatikalisch greife der Dialekt viele urdeutsche Konstruktionen auf und entwickle sie weiter.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)