23. Februar 2012 09:51 Uhr

Wassersparen führt zu Problemen im Versorgungsnetz

Wasser sparen ist nicht immer nur gut.

Weil durch die veralteten deutschen Versorgungssysteme zu wenig Wasser fließt, gibt es Probleme im Netz. Das sagt André Niemann, Professor für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, hier bei DRadio Wissen. Das Versorgungssystem sei vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg dem damaligen Bedarf entsprechend ausgebaut worden. Damals verbrauchten die Deutschen pro Person und Tag doppelt so viel Wasser wie heute. Heute sind es rund 120 Liter. Grund sind Sparvorrichtungen wie Spülstopps bei Toiletten und spezielle Duschköpfe, aber auch eigene Wasserkreisläufe und Sparsysteme innerhalb von Unternehmen.

So schnell kann sich das Netz Niemann zufolge nicht anpassen. Um eine Verkeimung der nicht ausgelasteten Rohre zu verhindern, müssten sie immer wieder extra mit Wasser durchspült werden. In Größe und Grundkonzeption könnte das Netz nur an unseren heutigen Wasserverbrauch angepasst werden, indem sämtliche Rohre verkleinert würden. Das ist laut dem Wasserexperten Niemann aber nur langfristig möglich.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)