23. Februar 2012 11:22 Uhr

Intersexualität: Ethikrat fordert Fonds für Menschen ohne eindeutiges Geschlecht

Es gibt nicht nur rein männlich und rein weiblich.

Menschen ohne eindeutiges Geschlecht sind oft verletzt worden durch Behandlungen, die nicht dem heutigen Stand der Medizin entsprechen. Für sie fordert der Deutsche Ethikrat einen Hilfsfonds.

Menschen werden als intersexuell bezeichnet, wenn sie genetisch sowie anatomisch und hormonell nicht eindeutig als männlich oder weiblich gelten. Ärzte haben das früher nach der Geburt zu korrigieren versucht. Der Ethikrat nennt ein Beispiel von 1965, als Ärzte bei einem Neugeborenen mit uneindeutigem Geschlechtsorgan und männlichem Chromosomensatz die Hoden entfernten. Sie verschwiegen das den Eltern und wiesen sie an, das Kind als Mädchen zu erziehen.

Der Ethikrat fordert, Selbsthilfegruppen staatlich zu fördern, spezielle Kompetenzzentren einzurichten und ein medizinisches Betreuungsnetz einzurichten. Betroffene sollten sich gegenüber Behörden nicht nur als weiblich oder männlich, sondern auch als "anders" definieren dürfen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)