24. Februar 2012 08:04 Uhr

EU-Politik: Saunieren als vertrauensbildende Maßnahme

Was haben Sauna und Politik miteinander zu tun? Eine ganze Menge, erfährt man in der "Süddeutsche Zeitung". Schon die DDR-Funktionäre hätten an das Schwitzen als vertrauensbildende Maßnahme geglaubt. Schließlich könnten nackte Menschen nichts verbergen. Dank DDR-Vermittlung sei so eine Saunafreundschaft zwischen Bundeskanzler Willy Brandt und KPdSU-Generalsekretär Leonid Breschnew entstanden. Beide hätten dabei über "Neue Ostpolitik" und "Neue Westpolitik" gesprochen. Später hätten auch Helmut Kohl und Boris Jelzin in der Sauna den Abzug der russischen Truppen aus Ostdeutschland beschlossen.

Wie die "SZ" schreibt, gibt es politisches Saunieren aber auch in der Gegenwart: Der finnische EU-Kommissar Olli Rehn habe in dieser Woche Journalisten zum gemeinsamen Schwitzen inklusive Hintergrundgespräch über Griechenland eingeladen - allerdings nur Männer. Damit ergebe sich aber ein Problem: Warum gibt es keine gemischte Politiksauna? Genau darauf pochten jetzt Journalistinnen in Brüssel - oder alternativ auf Hintergrundgespräche ohne Körpereinsatz.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)