24. Februar 2012 15:22 Uhr

Kinderliteratur: Böse englische, gute deutsche Hexe

Hexen in englischen und deutschen Kinderbüchern haben offenbar nicht viel gemeinsam. Wie die Anglistin Tanja Lindauer in ihrer Dissertation herausfand, sind Hexen in England durch und durch böse. Ganz anders hierzulande: Deutsche Autoren neigten zu harmlosen und eher pädagogisierenden Hexen-Darstellungen.

In den Märchen des englischen Schriftsteller Roald Dahl etwa haben Hexen Krallen und blaue Spucke - und sie hassen Kinder. In Otfried Preußlers "Die kleine Hexe" dagegen verbringt die Protagonistin viele gute Taten - und wird deshalb vom Hexenrat bestraft. Am Ende aber siegt die gute Hexerei über die böse.

Als einen möglichen Grund für die Unterschiede vermutet die Anglistin, dass die Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit in Deutschland wesentlich mehr Opfer gefordert habe als in England. Daher sei der Umgang mit Hexenthemen in beiden Ländern unterschiedlich entwickelt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)