27. Februar 2012 10:21 Uhr
"Virtuelle Worte sind Wegwerfartikel." Zu diesem Urteil kommt der Informatiker David Gelernter. Er hielt in Berlin einen Vortrag zum Thema "Remembering how to read", über den heute die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. Die Veränderungen durch die Digitalisierung seien ein Lebensthema von Gelernter. Worte seien für ihn Produkte eines Arbeitsprozesses. Schreiben bedeute für Gelernter Nachdenken - zumindest bis zum Einsetzen der technologischen Revolution. Beim Tippen in die Tastatur nähere sich die Geschwindigkeit des Tippens der des Denkens an. Dadurch käme es in den Texten zu Irrtümern, Wiederholungen und Verdrehungen. Wer sich im täglichen Ansturm der elektronischen Nachrichten dafür entscheide, viele von ihnen zu ignorieren, verhält sich Gelernter zufolge nicht etwa unfreundlich, sondern angemessen.
In Zukunft werde es womöglich Programme geben, die den Menschen sogar das Schreiben abnehmen, schreibt die "FAZ". Diese würden dann zunächst analysieren, wie und was jemand schreibt, und dann eigenständig Texte erzeugen. So könnten dann einmal Maschinen im Namen von Menschen miteinander kommunizieren.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)