28. Februar 2012 15:57 Uhr

Sprachverarbeitung auch bei unterschiedlichen Sprachen fast immer gleich

Es gibt keine einfachen oder schweren Sprachen. Das meint der Neurowissenschaftler Horst M. Müller von der Universität Bielefeld.

Er sagte bei "DRadio Wissen", wenn eine Sprache nur aus wenigen Wörtern bestehe oder eine leichte Grammatik habe, dann habe sie im Ausgleich eine sehr hohe Zahl verschiedener Laute. Für Deutsche sei beispielsweise die englische Grammatik einfach zu lernen, das Vokalsystem und damit die Aussprache sei aber sehr kompliziert.

Müller erklärte weiter, dass alle Lautsprachen im Prinzip gleich verarbeitet würden: Zuerst würden sie akustisch analysiert und dann in der Hörrinde auf ihre Bedeutung untersucht und ausgewertet. Dabei sei es schwierig, einzelne Sprachen und ihre Verarbeitung zu unterscheiden. Bei der deutschen Sprache werde aber das Arbeitsgedächtnis massiv belastet - denn das Verb für die Bedeutungserkennung stehe oft am Ende des Satzes. Das sei beispielsweise im Englischen nicht so üblich, weshalb man dort lange deutsche Sätze nicht möge.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)