29. Februar 2012 06:53 Uhr
Wer bei dem Wort "Jecke" nur an Karnevalisten denkt, der liegt falsch. Denn als Jecke werden auch Juden bezeichnet, die in den 30er Jahren von Deutschland nach Israel ausgewandert sind. Mit ihrer Geschichte und Literatur beschäftigt sich ein Workshop der Universität Augsburg, der heute zu Ende geht. Die Jeckes versuchten in ihrer neuen Heimat die deutsche Sprache und Kultur zu pflegen. Die Historikerin Mirjam Zadoff von der LMU München sagte DRadio Wissen, ihre Einwanderung gelte als eine besonders erfolgreiche Migrationsgeschichte. Die Jeckes hätten sich ihre Kultur bewahren und sich zugleich integrieren können. Daran hätten sich später andere jüdische Einwanderer orientiert. Studierende und Doktoranden wollen jetzt herausfinden, ob sich ein spezifisch jeckisches Erzählen herausgebildet hat, das sich auch in der Sprache zeigt.
Hauptthemen der jeckischen Texte sind die Staatsgründung Israels und die Verarbeitung der Schoah. Zu den bedeutendsten deutsch-israelischen Autoren gehören Jenny Aloni und Werner Kraft.
Woher die etwas spöttische Bezeichnung "Jeckes" stammt ist nicht geklärt. Möglicherweise kommt sie vom deutschen "Jacke" und rührt daher, dass die korrekten Deutschen auch im heißen Palästina ihre Jacketts nicht ablegten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)