29. Februar 2012 10:54 Uhr
Wenn etwas verboten ist, wird es erst interessant.
Und offenbar gilt auch umgekehrt: Wenn etwas nicht mehr verboten ist, wird es weniger interessant. So scheint es zumindest in der Türkei zu sein. Der Plattenlabel-Inhaber Hasan Saltik sagte der Zeitung "Radikal", die Verkaufszahlen für kurdische Musik seien nach dem Ende des Verbots der Sprache eingebrochen. Zu Verbotszeiten habe illegal verkaufte kurdische Musik einen Marktanteil von etwa 15 Prozent gehabt. Inzwischen seien es nur noch zwei Prozent. Ähnliches gelte für andere Minderheitensprachen.
Saltik forderte, der türkische Staat dürfe sich nicht nur mit der Aufhebung des Kurdisch-Verbots begnügen, sondern müsse Sprache und Künstler auch unterstützen.
Kurdisch wurde in der Türkei nach dem Militärputsch 1980 verboten und erst 2008 wieder vollständig erlaubt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)