29. Februar 2012 11:55 Uhr
"Ich finde es eine Unverschämtheit, dass Sie mir nicht antworten!"
Mail-Angriffen wie diesem ist Piratenpartei-Mitglied Julia Schramm nach eigenem Bekunden immer häufiger ausgesetzt. In einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung" schreibt sie, jede sichtbare Person werde bekämpft, beschimpft und beleidigt.
Das Netz revolutioniere Kommunikation, indem es sie physisch entgrenze. Doch es bleibe abhängig von der Gesellschaft, die es nutze. Das Gegenüber werde verstärkt als Projektionsfläche für die eigenen Unzulänglichkeiten genutzt. Ein dickes Fell für eine öffentliche Rolle sei noch nie so wichtig gewesen wie heute. Das hält Schramm für ein Problem: Denn wer wolle öffentliche Verantwortung übernehmen, wenn er unter Dauerbeschuss stehe?
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)