1. März 2012 09:53 Uhr
Die "Seidenstraße" führt neuerdings von Westafrika nach China. Darüber berichtet die Wissenschaftlerin Laurence Marfaing im Magazin "Welt-Sichten". Sie erklärt, dass es einen florierenden Austausch zwischen Senegal und China gibt. Nach ihren Studien ging der Impuls wohl von libanesischen Händlern aus - im Senegal leben 30.000 Libanesen, und sie hätten den Weg von Dakar nach China geöffnet.
Hintergrund ist demnach der 11. September 2001: Danach seien Muslime aus dem Senegal in Europa und den USA nicht mehr erwünscht gewesen und hätten sich neue Ziele gesucht: Dubai, Taiwan, Bangkok und schließlich China. Anfangs wurden, so die Forscherin, Eisen- und Papierwaren gehandelt, dann Stoffe, Möbel und Baumaterial. Die Strategien seien vergleichbar mit jenen aus der Zeit der Karawanen, zum Beispiel weil in China senegalesische Landsleute als Mittelsmänner arbeiteten. Hinzu komme aber auch das Internet als Medium. Laurence Marfaing fasst zusammen: Die Händler aus Senegal stehen mit einem Bein in der Tradition ihrer Vorfahren - und mit dem anderen in der globalisierten Welt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)