5. März 2012 04:13 Uhr
Wer Studienergebnisse verkürzt, kann sich damit ordentlich Ärger einhandeln. Das bekommt Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich derzeit zu spüren. Nachdem sein Ministerium Ende vergangener Woche eine Studie zu "Lebenswelten junger Muslime" vorgelegt hat, reißt die Debatte über deren Erkenntisse nicht ab. Im Nachrichtenmagazin Spiegel beklagen die Autoren der Untersuchung eine "völlige Verfälschung der Ergebnisse" durch den Innenminister. Der Bremer Sozialwissenschaftler Klaus Boehnke erklärte, die Mitarbeiter der beteiligten Institutionen hätten aufgrund der öffentlichen Darstellung der Ergebnisse schlaflose Nächte hinter sich. Die Umfrage könne, anders als dargestellt, nicht als repräsentativ gelten. Dafür sei die Stichprobe zu klein. Am Donnerstag hatte das Innenministerium der "Bild"-Zeitung eine Vorabveröffentlichung der Studienergebnisse ermöglicht. Dort wurde berichtet, die Studie zeige, dass ein knappes Viertel aller Muslime mit deutschem Pass unwillig sei, sich zu integrieren.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)