5. März 2012 06:54 Uhr

Ungarischer Schriftsteller bittet in Kanada um Asyl

Er sah sein Leben in Gefahr und musste deshalb aus Ungarn fliehen. Der Schriftsteller Akos Kertesz sieht sich in seiner Heimat einer Hetzkampagne ausgesetzt. Deshalb hat der 79-Jährige nun mit seiner Ehefrau in Kanada einen Antrag auf politisches Asyl gestellt. Ungarische Medien berichten, das Paar sei bereits am 29. Februar in Montreal eingetroffen. In einer Pressemitteilung erklärte Kertesz, er sei in seiner Heimat physischen Belästigungen und Drohungen ausgesetzt und werde auf offener Straße angegriffen und beleidigt. Der Schriftsteller, der mit dem Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertesz verwandt ist, hatte im vergangenen August den Zorn der ungarischen Rechten auf sich gezogen. In einem offenen Brief hatte er erklärt, seine Landsleute verdrängten ihre Verantwortung für den Völkermord an den ungarischen Juden. Daraufhin hatte die Stadt Budapest ihm unter anderem die Ehrenbürgerschaft entzogen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)