5. März 2012 13:03 Uhr

Schwierige Erinnerung in Weißrussland

Die Erinnerungspolitik hat große Lücken im kollektiven Gedächtnis von Weißrussland geschaffen. Das schreibt das Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung n-ost in einem Länderspezial. Nach Ansicht des Kulturwissenschaftlers Felix Ackermann hat sich Präsident Alexander Lukaschenko dafür eingesetzt, dass gerade an die Opfer der sowjetischen Besatzung nicht offiziell erinnert wird.

Unter der Herrschaft Stalins wurden in Weißrussland in den Jahren von 1937 bis 1941 Zehntausende Menschen ermordet. Doch für diese Verbrechen gibt es nach Angaben des Kulturwissenschaftlers keine Gedenkstätten. Die Arbeit von kritischen Historikern zu diesem Thema werde behindert. Dagegen, so Ackermann, gehöre die Erinnerung an den Sieg über das nationalsozialistische Deutschland im Zweiten Weltkrieg zur offiziellen Staatsideologie.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)