6. März 2012 06:59 Uhr

Falsche Diagnose "ADHS": Früh eingeschulte Kinder oft betroffen

Den Stempel "ADHS" bekommen früh eingeschulte Kinder besonders häufig. Eine Studie kanadischer Wissenschaftler der University of British Columbia ergab, dass diese Diagnose oft falsch ist.

Sie hatten die Daten von fast einer Million Grundschulkinder ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass das unreifere Verhalten früh eingeschulter Kinder im Vergleich zu dem ihrer älteren Klassenkameraden oft irrtümlich als krankhafte Aufmerksamkeitsstörung gewertet wird. Je größer der Altersunterschied desto höher ist demnach auch das Risiko einer ADHS-Fehldiagnose und einer falschen Behandlung.

Die Forscher warnen davor, Kinder unnötig mit Medikamenten zu behandeln. Mittel gegen ADHS könnten sich negativ auswirken auf Appetit, Schlaf und Wachstum. Auch die Diagnose an sich kann schädlich sein. Eltern und Lehrer würden sich ADHS-Kindern gegenüber häufig anders verhalten. Das könne zu psychischen Folgen wie einem gestörten Selbstwertgefühl führen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)