8. März 2012 10:56 Uhr

Rumänischer Politiker wegen Äußerungen zum Holocaust suspendiert

Nicht nur in Deutschland können Holocaust-Leugner vor Gericht landen. In Rumänien ist zum ersten Mal ein Politiker verklagt worden, weil er ein Pogrom heruntergespielt hatte. Dan Sowa hatte in der Fernsehshow eines Privatsenders die Übergriffe gegen Juden in der Stadt Iasi bagatellisiert und die Beteiligung rumänischer Behörden an deren Verfolgung geleugnet.

Das Zentrum für Überwachung und Bekämpfung des Antisemitismus und die Roma-Organisation "Romani CRISS" reichten Klage gegen ihn ein. Dan Sowa wurde mittlerweile von seinem Amt als Parteisprecher der sozialistischen Partei PSD suspendiert. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft. Die Leugnung des Holocausts ist in Rumänien seit 2006 verboten.

Während der Diktatur von Ion Antonescu von 1940 bis 1944 starben in Rumänien über 300.000 Juden und Zehntausende Roma.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)