8. März 2012 16:23 Uhr
Es sieht aus wie Wackelpudding - hält aber Salzsäure stand. Die Rede ist von einem neuen Hydrogel, das US-Wissenschaftler entwickelt haben. In der Fachzeitschrift "PNAS" berichten sie von ihren Experimenten. So halte das Gel stabil wie ein Klettverschluss, sobald es mit sauren Flüssigkeiten in Berührung komme. Möglich werde das durch die spezielle Struktur des aus vernetzten Molekülen aufgebauten Gels. Zahlreiche kurze Seitenarme der langen Molekülketten wirkten dabei wie Greiffinger: In saurem Milieu bildeten sie von selbst Bindungen mit gegenüberliegenden Seitenarmen und schlössen so den dazwischenliegenden Spalt.
Die Bindungen können den Forschern zufolge aber wieder getrennt werden: Sobald das Gel mit neutraler oder alkalischer Flüssigkeit in Berührung komme, löse sich die Bindung der Seitenarme wieder.
Die Forscher sehen für das Gel viele Anwendungsmöglichkeiten, so könne es als Dichtungsmittel beim Transport oder der Lagerung von Säuren eingesetzt werden. In der Medizin könne es als Wundverschluss beispielsweise bei Verletzungen der Magenschleimhaut dienen.
In den letzten Jahren haben Forscher bereits verschiedene solcher Materialien entwickelt. Es habe aber etwas gefehlt, was auch in feuchter Umgebung selbstheilende Eigenschaften zeige. Das neue Hydrogel schließe nun diese Lücke.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)