8. März 2012 17:09 Uhr
Wenn Frauen in der Vergangenheit ein Trauma erlitten haben, so bedeutet das ein Risko für die frühe Mutter-Kind-Beziehung. Das erklärt Marianne Leuzinger-Bohleber, Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts an der Universität Frankfurt/Main, in der Deutschlandfunk-Sendung "Studiozeit". So reagierten Mütter, die als Kind selber Gewalt erfahren hätten, mitunter anders auf das Schreien ihrer Säuglinge. Der Forscherin zufolge soll das normale Schreien ja bei der Bezugsperson Stress in dem Sinn auslösen, dass es sie veranlasse etwas zu tun. Aber traumatisierte Mütter könnten das Schreien viel schlechter ertragen, sie versuchten es nicht zu beachten. Außerdem hätten sie verlangsamte Reaktionszeiten und interpretierten das Schreien auch ganz falsch. Das alles habe gravierende Folgen für die Mutter-Kind-Beziehung.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)