12. März 2012 10:25 Uhr
Eine gewöhnliche Fernsehantenne war das Hauptwerkzeug. Zusätzlich brauchten die Kryptologen der US-Sicherheitssofware-Firma "Cryptography Research" einen Verstärker und einen Rechner mit Entschlüsselungssoftware - damit hatten sie alles zusammen, um den Datenverkehr eines Smartphones drahtlos auszuhorchen.
Wie das Magazin "Technology Review" berichtet, nutzten sie dabei einen lange bekannten Effekt: Die Transistoren in den Prozessoren der Mobilfunkgeräte erzeugen bei der Arbeit elektromagnetische Signale - diese können mit einfachen Antennen belauscht werden. Dann geht es darum, über das Muster dieser Signale Rückschlüsse auf die verwendete Verschlüsselung zu ziehen. Das sei bei der Versuchsanordnung im Fall einer App auf dem Telefon aus drei Meter Entfernung gelungen. Mit den erbeuteten Daten hätten Angreifer zum Beispiel das Nutzerkonto der App übernehmen können, melden die Forscher.
Die Versuchs-App hatten sie allerdings extra für den Test selbst programmiert. Ihr Vorgehen lasse sich aber auf andere andere Anwendungen übertragen. Jetzt sei man in Gesprächen mit den Geräte- und Softwareherstellern darüber, wie man die Lücken schließen könnte.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)