12. März 2012 14:25 Uhr
Nach den Anschlägen vom 22. Juli 2011 in Oslo und Utøya erhielten die Norweger international viel Lob für ihre Solidarität. Langfristig dürften die Ereignisse die Gesellschaft aber eher spalten, befürchtet Erika Fatland nach ihren Recherchen für ein Buch zum Thema. Die Soziologin sagte der Kopenhagener Tageszeitung "Kristeligt Dagblad", es sei naiv zu glauben, dass der Zusammenhalt der Norweger von Dauer sein werde. Sie sagte, erst sei man in tiefer Trauer vereint, aber dann komme die Spaltung. Wenn etwas so Schreckliches passiere, das keine Naturkatastrophe sei, brauche man einen Sündenbock. In Norwegen stehe jetzt vor allem die Polizei in der Kritik, aber es werden auch Beschuldigungen gegen andere kommen.
So sei jetzt beispielsweise eine Debatte darüber entflammt, wie unterschiedlich die Hilfe der jeweiligen lokalen Behörden für Opfer und Hinterbliebene ausfalle. Auch sei in Norwegen bislang wenig Raum für den Zorn gewesen, den ein solches Ereignis zwangsläufig nach sich ziehe.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)