13. März 2012 06:55 Uhr

Pharmakonzern Bayer verliert Monopol für Krebsmedikament in Indien

Der deutsche Pharmakonzern Bayer hat mit dem Krebsmedikament Nexavar im vergangenen Jahr einen Umsatz von 725 Millionen Euro gemacht. Kein Wunder: Die Tabletten, die bei fortgeschrittenem Nieren- und Leberkrebs eingesetzt werden, kosten in Deutschland rund 5.000 Euro im Monat. Nur ein paar hundert Euro weniger verlangte Bayer in Indien. Zu viel für den Großteil der Bevölkerung, entschied die indische Regierung und fällte deshalb eine Entscheidung: Das Medikament darf von einer anderen Firma als billigere Kopie angeboten werden, als Generikum. Das Produkt der anderen Firma kostet lediglich 133 Euro, also rund drei Prozent des Bayer-Preises, und darf nur auf dem indischen Markt verkauft werden.

Rechtsexperten vermuten, die Entscheidung könnte Pate stehen für ähnliche Fälle. Patientenvertreter hoffen, dass auch andere Entwicklungsländer nachziehen. Ähnliche Regelungen gibt es bereits für AIDS-Medikamente.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)