13. März 2012 17:57 Uhr
"Wie weit ist es schon mit uns gekommen?" So und ähnlich lauten die Twitter-Kommentare angesichts eines Experiments der amerikanischen Werbeagentur Bartle Bogle Hegarty. Sie hat in Austin, Texas, 13 Obdachlose mit Hotspots für besonders schnelles Internet ausgestattet und wieder auf die Straße geschickt. Der Plan: Die Menschen sollen Passanten als "mobile Zugangsstationen" fürs Internet dienen. Wer sich einwählen will, schickt den Namen des Obdachlosen an eine Zentrale, die dessen WLAN-Zugang für den Passanten freischaltet. Dieser ist aufgefordert, dem Obdachlosen etwas zu spenden. Das Unternehmen, das die Idee propagiert, empfiehlt zwei Dollar je Viertelstunde und versichert, das Geld werde dem obdachlosen Hotspot-Anbieter auch ausgezahlt.
Das Unternehmen kontert Kritik mit der Aussage, man versuche, den Obdachlosen zu helfen. Ein Internetmagazin zitiert einen Obdachlosen mit Hotspot, der meint, das Experiment verschaffe ihm die Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Einer der Macher der britischen Straßenzeitung "The Big Issue" vergleicht die Situation mit der im Viktorianischen Zeitalter. Damals habe man Obdachlose benutzt, um in der Öffentlichkeit Bekanntmachungen zu präsentieren.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)