14. März 2012 17:56 Uhr

GIGA-Analyse: Boliviens Präsident Evo Morales gerät zunehmend zwischen die Fronten

In Bolivien soll eine etwa 300 Kilometer lange Straße gebaut werden, die durch einen Nationalpark und das Amazonasgebiet führen soll. Das sorgt seit Monaten für Aufregung - vor allem in der indigenen Bevölkerung. So gab es Protestmärsche für und gegen das Projekt.

Der Rechts- und Politikwissenschaftler Stefan Jost sieht Boliviens Präsidenten Evo Morales deswegen immer weiter zwischen den Fronten. Wie der Wissenschafler in seiner Analyse für das GIGA-Institut schreibt, erlebt Bolivien seit dem Jahr 2011 die höchste Krisendichte seit über 40 Jahren. Morales zweite Regierungsperiode sei bislang durch Politikstau und zunehmende innere Verwerfungen gekennzeichnet. Der Politikwissenschaftler sieht auch die Partei von Morales, die MAS, in ihrer Glaubwürdigkeit nachhaltig beschädigt. Zudem habe sich das Spektrum der Opposition weiter ausdifferenziert. Jost schließt seine Analyse mit der Feststellung: Bolivien benötige einen neuen integrativen und pluralistischen Gesellschaftsvertrag.

Die Befürworter des Straßenbaus versprechen sich eine bessere Anbindung der isoliert liegenden Dörfer. Die Gegner argumentieren, dass dadurch der Natur Schaden zugefügt würde. Die geplante Schnellstraße soll das Hochland Boliviens mit dem Tiefland verbinden.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)