15. März 2012 06:25 Uhr
Vielleicht ist es der asiatische Neandertaler, auf jeden Fall aber eine bisher unbekannte Menschenform. Ein Forscherteam hat Schädelfragmente aus einer Höhle in Südwestchina untersucht. Sie stellten eine seltsame Mischung aus modernen und archaische Merkmalen fest und folgern: Es müsse sich um eine bisher nicht entdeckte Menschenform handeln, die vor mehr als 11.500 Jahren gelebt habe.
Die Wissenschaftler beschreiben im Fachjournal "PLoS ONE" zwei mögliche Erklärungen: Entweder gehörten die Menschen zu einer archaischen Form des Homo sapiens, die lange in Südchina überlebt habe. Oder aber sie seien Mitglieder einer anderen Menschenpopulation gewesen, die parallel zu unseren Vorfahren existiert habe - ganz wie der Neandertaler. Das bedeute, dass Ostasien möglicherweise in mehreren Wellen besiedelt worden sei.
Die Forscher schreiben, um ihre Theorien zu überprüfen, seien DNA-Untersuchungen notwendig - bisher sei es ihnen aber noch nicht gelungen, den Überresten genetisches Material zu entnehmen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)