16. März 2012 12:52 Uhr
Das Deutsche Historische Museum in Berlin muss auf eine umfangreiche Plakatsammlung aus jüdischem Besitz verzichten. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat entschieden, dass das Museum die 4.200 Stücke den rechtmäßigen Eigentümern in den USA zurückgeben muss. Der jüdische Kunstliebhaber Hans Sachs hatte die Plakate in Deutschland zurücklassen müssen, als er 1938 in die USA emigrierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg tauchten sie in einem Ost-Berliner Keller wieder auf, gelangten in das DDR-Museum für Deutsche Geschichte und nach der Wiedervereinigung ins Deutsche Historische Museum in Berlin.
Vor sieben Jahren forderte der Sohn von Hans Sachs erstmals die Rückgabe der Plakatsammlung. Das DHM lehnte ab - mit dem Argument, die Ansprüche auf die NS-Raubkunst seien inzwischen verjährt. Außerdem habe Hans Sachs in den sechziger Jahren eine Entschädigung bekommen.
Der Bundesgerichtshof erkannte den Anspruch der Sachs-Erben nun in höchster Instanz an. Experten schätzen den Wert der Sammlung Sachs auf vier Millionen Euro.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)