19. März 2012 09:55 Uhr
Enzyklopädien sind Bücher, die immer schon ins Internet wollten. Das meint Ulrich Johannes Schneider, Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig. Hier bei DRadio Wissen sagte er, spätestens seit dem 18. Jahrhundert hätten Enzyklopädien aktuell sein wollen.
Die Encyclopaedia Britannica sei ein Stück Kulturgeschichte Europas, sagte Schneider. Durch geschickte Redaktionspolitik sei sie zu einer sehr angesehenen Enzyklopädie geworden. Sie habe schon immer einen pragmatischen Ansatz gehabt, nämlich verlässliche Informationen in redigierter Form zu präsentieren. So sei es kaum verwunderlich, dass die Encyclopaedia Britannica die längste noch betriebene Enzyklopädie in gedruckter Form gewesen sei.
Vergangene Woche hatte der Unternehmenspräsident der Encyclopaedia Britannica mitgeteilt, das Nachschlagewerk werde nach 244 Jahren nicht länger in gedruckter Form erscheinen. Die 2010 veröffentlichte Ausgabe ist demnach die letzte. Ab sofort gibt es die Encyclopaedia Britannica nur noch als kostenpflichtiges Angebot im Internet.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)