20. März 2012 10:55 Uhr

Sinologe: Solidaritäts-Lese-Aktion für chinesischen Bürgerrechtler ist elitär

Weltweit fordern Autoren und Künstler heute mit einer Lese-Aktion die Freilassung des inhaftierten chinesischen Bürgerrechtlers Liu Xiaobo. Doch interessiert das jemanden in China? Der Sinologe Wolfgang Kubin, derzeit Gastprofessor in Shantou, sagt: Nein.

Im Deutschlandradio Kultur sagte er, beim chinesischen Volk spielten Bürgerrechtler wie Liu keine Rolle und seien weitgehend unbekannt. Die Menschen in China hätten ganz andere Probleme. Da ginge es in erster Linie darum, zu überleben. Solidaritätsaktionen in westlichen Ländern wie die heute hält Kubin daher nach eigenen Worten für elitär.

Autoren und Künstler in mehr als 40 Ländern veranstalten heute weltweit Lesungen. Sie wollen auf das Schicksal des Bürgerrechtlers und Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo hinweisen, der seit vier Jahren in China inhaftiert ist. Er hatte in einem Manifest zum Ende der Ein-Parteien-Herrschaft aufgerufen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)