21. März 2012 07:32 Uhr

Claus Kleber über Ahmadinedschad-Interview: "Ein Interview ist kein Tennisspiel"

"Von diesem Mann geht eine böse Faszination aus, und das hat man so deutlich im deutschen Fernsehen wohl noch nicht gesehen." So bewertet Claus Kleber sein Interview mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, das das ZDF am Montagabend ausgestrahlt hat.

Der Journalist sagte dem Berliner "Tagesspiegel", ein solches Gespräch sei dann sinnvoll, wenn es darum gehe, eine Schlüsselfigur wie Ahmadinedschad kennenzulernen und zu zeigen, wie er denke. Wenn man ihn aber davon überzeugen wolle, dass seine Ansichten falsch seien, dann sei es sinnlos. Kleber meint: Generell sei ein Interview für ihn kein Tennisspiel, in dem es darum gehe, mehr Punkte zu machen als der Gegner.

Warum er Ahmadinedschad nicht widersprochen hat, als der iranische Präsident in dem Gespräch den Holocaust als "Lüge" bezeichnet habe, erklärt der Moderator so: Er habe sich vorher vorgenommen, nicht in diese Falle zu tappen. Eine Debatte über den Holocaust hätte Ahmadinedschad die Gelegenheit gegeben, "seinen Mist voll auszubreiten".

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)