21. März 2012 08:10 Uhr

Soziologe Neckel: Im Finanzmarktkapitalismus gibt es vormoderne Sozialformen

"Die Herkunft ist wieder absolut ausschlaggebend für die soziale Platzierung." Das meint der Soziologe Sighard Neckel. Der Professor der Universität Frankfurt am Main sagte der "taz", dieser Trend sei in Deutschland für alle diejenigen angestiegen, die nach 1960 geboren seien. Die Gesellschaft sei wieder undurchlässiger geworden. Soziale Position und Wohlstand würden buchstäblich vererbt.

Neckel, der derzeit an einer Studie über Professionsethiken im Finanzwesen arbeitet, ist der Ansicht: Der globale Finanzmarktkapitalismus gelte zwar als hochmodern. Darin kehrten aber vormoderne Sozialformen wieder. So bringe er eine Oberschicht hervor, die, ähnlich wie früher der Adel, jeder gesellschaftlichen Konkurrenz enthoben sei.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)