21. März 2012 09:29 Uhr

Mehr Flop als Top: Technikhistoriker untersucht die Geschichte des Scheiterns

Die allermeisten Innovationen sind Flops. Eine Stuttgarter Studie kommt zu dem Ergebnis, dass etwa 85 Prozent aller neuen Erfindungen in der Praxis scheitern. Der Technikhistoriker Reinhold Bauer hat das genau untersucht. Auf seiner Flop-Liste stehen zum Beispiel eine frühe Mikrowelle und das Bildtelefon. Das gab es schon 1979 - lange vor Handys und Internet. Aber der US-Anbieter AT&T konnte sein Gerät zum Telefonieren mit Bild und Ton nicht unter die Leute bringen, weil es zu teuer war und dafür nur mäßige Qualität lieferte.

Ähnlich erging es der ersten Mikrowelle in den 1940er Jahren. Ebenfalls von einem US-amerikanischen Entwickler erfunden, war das Teil so groß wie ein Kühlschrank und kostete 2000 Dollar. Erst 40 Jahre später gelang der Mikrowelle mit kleinen, günstigen Geräten der Siegeszug in die Privatküchen. Darüber, ob eine neue Erfindung zum Topseller oder zum Flop wird, entscheiden nach Überzeugung des Stuttgarter Historikers drei Dinge: Nutzerbedürfnisse, der richtige Zeitpunkt und eine ausgereifte Technik.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)