21. März 2012 10:57 Uhr

Feministin Preciado: "Playboy" war so wichtig wie Facebook

Der "Playboy" war in seiner gesellschaftlichen Relevanz so wichtig wie Facebook. Diese Meinung vertritt die Feministin Beatriz Preciado. Die spanischstämmige Philosophin sagte im Interview mit "Spiegel Online", Hugh Hefner habe das Magazin vor dem Hintergrund der Umbrüche in den fünfziger Jahren ins Leben gerufen. Als Beispiele nennt Preciado die Erfindung der Pille und den Ausbau der Kommunikation.

Hefner habe ein neues männliches Rollenmodell geschaffen und den Konsum umgedeutet. Dieser habe zuvor als weibliche Gewohnheit gegolten. Der "Playboy" habe für die Männer einen akzeptablen Weg des "going shopping" geschaffen, in dem er Konsum und Lifestyle verband.

Preciado meint, man könne nicht von einer sexuellen Revolution sprechen, wohl aber von einer ökonomischen - von einer Pornotopie. Die "Playboy"-Methode, also die spezielle Verbindung von Konsum und Pornografie, beeinflusse bis heute unser inzwischen komplett vernetztes Leben.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)