21. März 2012 17:10 Uhr

China: Kritik an gynäkologischer Untersuchung von Frauen im öffentlichen Dienst

Stellen Sie sich vor, die Stadt bietet Ihnen einen Job an, schickt Sie aber erstmal zur gynäkologischen Untersuchung. Und zwar nicht beim Mediziner ihres Vertrauens, sondern beim Amtsarzt. In China ist das üblich, wenn Frauen sich für einen Posten im öffentlichen Dienst bewerben. Werden sexuell übertragbare Krankheiten wie eine HIV-Infektion oder die Syphillis festgestellt, sind sie raus aus dem Bewerbungsverfahren. Eine Frauenrechtsorganisation will das nicht länger hinnehmen.

Wie die Zeitung "China Daily" berichtet, hat sich die Organisation in einem offenen Brief an drei Ministerien gewandt und darüber beschwert, dass die Untersuchungen häufig schmerzhaft seien und die Privatsphäre der Frauen verletzten. Die Organisation fordert deshalb, die obligatorischen Untersuchungen zu streichen.

Der offene Brief hat in China eine rege Debatte losgetreten. Auf der Mikrobloggingseite Weibo gehört er seit gestern zu den am meisten diskutierten Themen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)