22. März 2012 10:53 Uhr
Wohin kann Forschung führen? Diese Frage müssen sich Wissenschaftler immer wieder stellen. Der erste westdeutsche Astronaut, Ulf Merbold, hat deutlich gemacht, dass er - wäre er Wissenschaftler - nicht für das Militär hätte arbeiten wollen. Merbold sagte dem Evangelischen Pressedienst, er hätte den Politikern ungern ein neues Druckmittel wie die Atombombe in die Hand gegeben.
Anlass des Interviews ist, dass der Raketenforscher Wernher von Braun morgen 100 Jahre alt geworden wäre. Merbold sagte, auch wenn Braun sich in den Dienst des Militärs und der Nationalsozialisten gestellt habe, sei die spätere Konstruktion der Saturn V-Rakete eine geniale Leistung und in ihrer Bedeutung mit der Entdeckung Amerikas vergleichbar.
Während des Zweiten Weltkriegs war Wernher von Braun Hauptsturmführer der SS. Der Serienproduktion seiner sogenannten V2-Rakete in einem Konzentrationslager fielen schätzungsweise 20.000 Häftlinge zum Opfer.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)