22. März 2012 12:53 Uhr
Verbrecher lassen sich gerne mit Scheinen bezahlen. Der Berliner Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Schneider glaubt deshalb, dass Bargeld Organisierte Kriminalität und Schattenwirtschaft fördert. Hier bei DRadio Wissen sagte er, vor allem die 500-Euro-Scheine seien im Drogenhandel und bei der Hehlerei beliebt. Schließlich könnten Drogenbosse das Geld für Rauschgift schlecht überweisen.
Auch Schwarzarbeit und Prostitution würden ohne Scheine nicht so leicht funktionieren, meint Schneider. Allerdings ist er sicher, dass Bargeld nicht die Ursache für Schattenwirtschaft und Kriminalität ist. Als Beispiel nennt er Schweden, wo deutlich mehr mit Kreditkarten bezahlt wird als in Deutschland, die Schattenwirtschaft aber genauso groß ist.
In Schweden wird mittlerweile darüber diskutiert, Bargeld ganz abzuschaffen, der Widerstand in der Bevölkerung ist aber noch groß.
In Deutschland werden nach Schneiders Angaben etwa 320 Milliarden Euro pro Jahr an der Steuer vorbei verdient, das sind 13 Prozent der Wirtschaftsleistung.
Das gesamte Interview können Sie hier nachhören.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)