23. März 2012 10:21 Uhr
Es ist sozusagen ein Trojanisches Pferd fürs Gehirn. Forschern aus Bonn ist es nach eigenen Angaben gelungen, die Schutzmechanismen des Gehirns zu überwinden. Sie sehen darin eine Voraussetzung dafür, Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose mit Medikamenten zu behandeln.
Bisher sei das nicht ohne Weiteres möglich. Das Gehirn ist durch einen Filtermechanismus in den Blutgefäßen besonders geschützt. Die Blut-Hirn-Schranke trennt den normalen Blutkreislauf vom Zentralnervensystem. Das hält Krankheitserreger und Gifte vom Hirn fern, aber eben auch Wirkstoffe aus Medikamenten.
Die Bonner Forscher berichten, dass sie in Tierversuchen Markierungsstoffe ins Gehirn transportieren konnten. Sie nutzten dazu eine Art Fähre: Proteine, die als eine der wenigen Substanzen die Blut-Hirn-Schranke passieren können. Diese Protein-Kapseln sollen irgendwann auch mal Wirkstoffe aus Medikamenten transportieren.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)